normale Schrift einschalten große Schrift einschalten sehr große Schrift einschalten
Brandenburg vernetzt
Drucken
 

Betonkissen für aufgeweckte Oberschüler

Döberner Kunst-Schulprojekt zum Thema Holz beendet / Engel auf Weihnachtsmarkt zum Verkauf  (Artikel aus der Lausitzer Rundschau vom 17.10.14)

Kreativität wird an der Döberner Oberschule Germanus Theiss groß geschrieben. Am Mittwoch fand dort die vierte Phase eines Kunstprojektes rund ums Holz ihren Abschluss.

 

Betonprojekt

Auch der Spaß kam beim Arbeiten mit Flüssigbeton

nicht zu kurz. Von links: Clara Hedel, Oliver Robel

und Edeltraud Lessing.             Foto: Angela Hanschke / aha1 

   

Die Döberner Oberschüler sind bereits in Phase 4 ihre Kunstprojektes. Es steht zwar unter dem Motto "Holz trifft Stein", aber der Schwerpunkt sei auf die Verarbeitung von Beton gelegt worden, informierte die Kunsterzieherin Edeltraud Lessing aus Lübbenau, die das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds geförderte Projekt zur künstlerischen Gestaltung der Sitzecken auf dem Schulhof gemeinsam mit dem jungen freiberuflichen Bildhauer Matthias Münch aus Oehna bei Jüterbog leitete.

Etlichen der 24 Zehntklässler, die sich für die Teilnahme meldeten, waren die beiden Künstler und deren Herangehensweise bereits bestens vom vorhergehenden Projekt vertraut, bei dem Mosaike aus Fliesen entstanden.

 

 

Schritt für Schritt lernten sie nun bei dem zweiwöchigen Workshop neben den Sicherheitsbestimmungen die Handhabung von Klüpfel und Hohleisen kennen, mit deren Hilfe aus Ahornholz Schalen geschnitzt wurden. Neuland betraten sie mit dem bislang unbekannten Material "Beton", experimentierten mit verschiedenen Mischungen, erzielten aufgrund der Körnung ganz unterschiedliche Ergebnisse und schärften auf der Suche nach Gegenständen zum Abformen ihren Blick für ungewöhnliche Lösungen. Gugelhupfformen aus Silikon kamen zum Einsatz, ebenso schlichte Plastikflaschen und alte Gewebe, die mit Beton getränkt, zu filigranen Übertöpfen und Gartenskulpturen verarbeitet wurden. Auch bei den Trittsteinen, die aus flüssigem Beton gegossen wurden, gleicht kein Stück dem anderen. "Wir haben beim Dekorieren mit Natur- und Kieselsteinen, jedoch auch mit Glasnuggets und Mosaikteilen aus Keramik experimentiert", verriet Hannes Schneider. Zarte Blätter zierten mit ihrem Abdruck kleinere Schalen. An Skulpturen erinnern die stattlichen Exemplare, die ihre Struktur Rhabarberblättern verdanken. "Letztere müssen jedoch zuvor leicht mit einem Ölfilm versehen werden", berichtete Clara Hedel. Ein spannender Kontrast entstand bei der Herstellung von gewichtigen "Schlummerkissen" aus dem druckfesten Beton. Auch bei der Herstellung von Gartenzwergen und Betonpilzen suchten die Zehntklässler individuelle Lösungen jenseits von kitschigen Zipfelmützenträgern. "Alle Schalen, Trittsteine, Säulen, Übertöpfe und Kerzenhalter trotzen Wind, Wasser, Sturm und Frost", versicherte Roman Giese. Die Ergebnisse der zehntägigen Arbeit werden erst im kommenden Mai vorgestellt. Schließlich müsse der Werkstoff Beton reifen. Dennoch können einige Stücke wie die aus Beton gegossenen Engel auf unserem Weihnachtsmarkt am Freitag dem 5. Dezember bewundert und natürlich erworben werden", kündigte die Teamleiterin Undine Passow – Lehrerin für Wirtschaft, Arbeit und Technik – an, die das Projekt an die Schule holte.     

 

Angela Hanschke / aha1