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Adrian Kossick ist aus den USA zurück

Mein Name ist Adrian Kossick und ich bin 16 Jahre alt. Ich habe mit dem American Field Service das Austauschjahr 2013/14 in den Vereinigten Staaten von Amerika verbracht und habe dabei ein Stipendium vom Parlamentarischen Patenschaftsprogramm (PPP) erhalten.

Im Herbst 2012 bewarb ich mich am noch letztmöglichen Tag für ein Stipendium des PPP’s. Von meinem zuständigen Schulamt wurde ich über die Möglichkeit für einen Auslandsaufenthalt in den USA informiert. Daraufhin habe ich mich mit meiner Familie ausführlich beraten und füllte das Bewerbungsformular für den Bundestag aus.

Meine Gastfamilie
Mich hat die USA schon immer begeistert und obwohl ich wusste, dass es sehr schwer werden würde, an eines dieser Stipendien heranzukommen, habe ich mir gedacht, dass ich wahrscheinlich nie wieder mehr so eine Chance bekommen würde, wenn ich dieses Angebot nicht nutze…. Und was soll ich sagen?? Nach ein paar Treffen mit dem AFS und einem Interview mit Herrn Professor Dr. Martin Neumann, MdB, dem damals zuständigen Abgeordneten für meinen Wahlkreis, habe ich im Februar 2013 eine E-Mail vom AFS bekommen, dass ich der Glückliche in meiner Region war. Ich war vollkommen überrascht, glücklich und besorgt zugleich. Ich konnte es damals kaum fassen!! Dies war, ist und bleibt ein schönes Beispiel dafür, dass man niemals aufgeben oder sich nicht trauen soll. Wenn man einen Traum hat, dann sollte man daran festhalten, egal wie steinig der Weg auch werden mag!
Skiausflug in West Virginia

Nach dem Ausfüllen der Formulare und den notwendigen Terminen, zum Beispiel Arztbesuchen, hatten wir dann im April 2013 eine Vorbereitungswoche in Weimar, wo wir bestimmte gesellschafts-politische Themen behandelt sowie über Land und Kultur der USA gesprochen haben. Dieses Seminar wurde von ehemaligen PPPlern geleitet, also von Leuten, die selber über ihre Erfahrungen aus den Staaten berichten konnten. Dies fand ich sehr gut, es half mir persönlich sehr, mich auf dieses gewaltige Projekt vorzubereiten.

Im Mai 2013 haben wir dann noch das Visum beantragt.

Es hat sehr viele Mühen gekostet, sich durch die entsprechenden Internetseiten zu arbeiten, weil man dort mit vielen bislang unbekannten Begriffen konfrontiert wurde. Letztlich hat aber alles beim ersten Versuch geklappt.
 

Es kam der „große“ Tag, der 23. August 2013, der Tag, an dem ich meine große Reise über den Atlantik angetreten habe. Ein letzter gemeinsamer Moment mit meinen Eltern im Flughafen Frankfurt/M., dann ging es los. Es war ein langer, aber problemloser Flug. Um die Mittagszeit herum stand ich zum ersten Mal auf amerikanischem Boden, und zwar in Houston, TX. Nach der Einweisung durch freundliche AFS-Freiwillige ging es dann weiter nach Nashville in Tennessee, wo mich eine meiner Betreuerinnen, deren Sohn übrigens an die gleiche Schule ging, die ich besuchen sollte, empfangen hat. Bei ihr habe ich auch meine erste Nacht in den USA verbracht. Am darauffolgenden Tag ging es dann zu meiner ersten Orientation und ich durfte dann endlich meine Gastfamilie sehen. Es war ein alleinerziehender Mann mit einem damals 11jährigen Sohn, dazu nahm er auch einen chinesischen Gastschüler auf, der keine Organisation hatte. Wir lebten etwa 15 Kilometer südlich von Nashville in einer typischen amerikanischen Kleinstadt, in Franklin, TN. Der Ort war sehr gepflegt, hatte eine schöne Altstadt und viele Grünflächen. Kein Wunder, dass diese Stadt einmal zur schönsten Kleinstadt des Südens der USA ausgezeichnet wurde. Die Menschen dort waren sehr freundlich und interessiert, sie wollten viel über mich und Deutschland erfahren. Dies waren die ersten Eindrücke, die ich machen konnte.

Obwohl ich erst am Freitag, dem 23. August in den Staaten angekommen war, musste ich schon am folgenden Montag zum ersten Mal in die Schule. Die Privatschule heißt Battle Ground Academy, sie wurde 1889 auf dem Schlachtfeld vom Battle of Franklin, eines der letzten Gefechte im amerikanischen Bürgerkrieg, erbaut. Wir haben dort einen sogenannten Counselor getroffen, der später mein Englischlehrer werden sollte. Gemeinsam haben wir dann meinen Stundenplan erarbeitet und ich sollte ein Sophomore, ein 10. Klässler sein. In Amerika ist es meistens, auch an öffentlichen Schulen, so üblich, dass man jeden Tag den gleichen Unterricht hat. Meine Tanzpartnerin beim Abschlussball

Mein Stundenplan war: English, French, US History, Chemistry Honors, Wellness und Geometry, wobei ich vom erweiterten Chemie-Kurs auf den regulären Kurs gewechselt habe, weil es dann doch zu schwer war. Nach einem Schulrundgang und dem Anprobieren von meinen Schulsachen (wir mussten Uniformen tragen) ging es dann auch endlich in den Unterricht.
Im Nachhinein gesehen, kann man sagen, die Schule in Amerika ist definitiv zu schaffen, aber meiner Meinung nach erfordert es mehr Hingabe und Einsatzwillen als in Deutschland. Aber das wiederum hängt auch von Staat zu Staat ab.

Nach ein paar Wochen kam dann so langsam die Phase, wo vieles alltäglich wurde, ich hatte mich sehr gut eingelebt. Nun war da aber ein Problem, vor dem ich schon vor meiner Abreise Angst hatte, nämlich mein Gewicht… Ich hatte davon gehört, dass manche über 30 Kilo zugenommen haben während ihres Austauschjahres in den USA und da ich schon vorher leichtes Übergewicht hatte, habe ich mich dazu entschieden, nur sehr selten zu Fast-Food-Restaurants zu gehen und dass ich zumindest im Herbst und im Frühling eine Sportart betreiben will. Ich habe mich für Fußball entschieden, eine sehr beliebte und wachsende Sportart in den Staaten. Da die Schul-Fußball-Saison erst im Frühling losgeht, entschied ich mich, bei einem Privatteam zu spielen, was allerdings auch seinen Preis hatte. Aber so hatte ich die Möglichkeit, während der Fahrten zu den Auswärtsspielen viel von Tennessee und den anliegenden Staaten zu sehen. Außerdem war es eine sehr gute Vorbereitung auf die doch sehr harte Schul-Saison und ich konnte auch dort gute Freunde gewinnen.

Worte sind nicht genug, um dieses wunderbare Jahr zu beschreiben, man muss es selbst erleben, um wirklich zu verstehen, wie ich mich fühlte und fühle… In diesem Sinne

 

Vielen Dank für alles!!!

 

Mit freundlichen Grüßen

Adrian Kossick