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Adrian Kossick fliegt in die USA

 Adrian Kossick aus Koppatz absolviert über das Parlamentarische Patenschaftsprogramm ein Schuljahr in den USA

 

Döbern
Ein Schuljahr in den USA zu verbringen – davon träumen viele Jugendliche. Für den 15-jährigen Adrian Kossick aus Koppatz im Amt Neuhausen geht der Traum bald in Erfüllung. Am Freitag überreichte ihm der Lausitzer Bundestagsabgeordnete Martin Neumann (FDP) an der Praxisorientierten Oberschule Germanus Theiss in Döbern ein Stipendium des Parlamentarischen Patenschaftsprogramms.

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Adrian Kossick steht mit Herzklopfen vor dem größten Abenteuer seines bisherigen Lebens.
Foto: Hanschke/aha1

Mitten im Französisch-Unterricht erhielt Adrian Kossick die offizielle Nachricht über den erfolgreichen Ausgang des Bewerbungsverfahrens. Das "Ticket ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten" überreichte ihm der FDP-Bundestagsabgeordnete Martin Neumann. Ein bisher einmaliges Ereignis an der Döberner Oberschule, das die Mitschüler zu begeistertem Applaus veranlasste. Viele Schüler würden sich das gar nicht zutrauen, meinte seine Französisch-Lehrerin Monika Heyde.

 

"Ich gönne es ihm von ganzem Herzen. Er ist ja auch ein Super-Schülersprecher", sagte Marie Biensman (15) aus Hornow. "Er hat es sich verdient", erklärte auch Marcel Krüger (14) aus Tschernitz. Als "sehr guten und netten Schüler, der seine Klasse bestimmt sehr gut vertreten wird", charakterisiert er Adrian Kossick. Der bedankte sich strahlend. Die Nachricht sei nicht nur "eine riesengroße Freude, sondern auch ein positiver Schock und eine Herausforderung, die ich sehr gerne annehme".

Auch die Döberner Schulleiterin Evelyn Näther ist des Lobes voll über den engagierten Klassen- und Schulsprecher sowie Spitzenschüler, der im vergangenen Schuljahr einen ersten Platz bei der Kreismathematik-Olympiade belegte, kürzlich als Zweitplatzierter in der Jahrgangsstufe 9/10 in der Punktezahl nur noch vom einem Zehntklässler überboten wurde und die Döberner Oberschule bei der Landesolympiade vertrat.

 

"Ich habe mich nach der sechsten Klasse während des Tages der offenen Tür ganz bewusst für Döbern entschieden", sagte Adrian Kossick, der anfangs noch mit dem Besuch eines Gymnasiums liebäugelte. Den Ausschlag habe schließlich die Berufsorientierung in Döbern gegeben. Koch möchte der Schüler aus Koppatz einmal werden. Ein jahrelang gehegter Wunsch, den er zielstrebig verfolgt. So arbeitet er in der Arbeitsgemeinschaft Kochen mit und gehörte im vergangenen Jahr der vierköpfigen Mannschaft an, die die Praxisorientierte Oberschule beim 15. bundesweiten Erdgaspokal der Schülerköche vertrat.

Nur wenige Monate später gehörte er zum Döberner Team, das sich im Seebad Heringsdorf beim Wettbewerb "Seetel sucht Deutschlands Super Azubis" bewarb. Beim Casting der Nachwuchsköche kochte sich Adrian Kossick in die Herzen der Juroren und gewann beim Zubereiten von "Kaiser-Granat-Ravioli" einen einwöchigen Aufenthalt auf Mallorca im Vier-Sterne-Hotel Bahia del Sol.

In diesem Jahr war er nochmals dabei – diesmal als Betreuer des Lausitzer Teams mit Teilnehmern aus Forst, Döbern und Cottbus. "Nochmals teilzunehmen, wäre unfair", sagte er. Fairness ist auch bei einem seiner weiteren großen Hobbys, dem Fußballspielen angesagt.

 

Zurzeit bereitet er sich schon gedanklich auf das eine Jahr an der High School und den Aufenthalt bei der Gastfamilie vor. Die Eltern würden die Trennung noch etwas schwerer nehmen, verriet der 15-Jährige. In welchem Bundesstaat er ab August lernen und leben wird, wird er erst später erfahren.

"Ich mag junge Leute, die eine feste Vorstellung von ihrem Leben haben", betonte der Bundestagsabgeordnete Neumann, der auch solche Schüler fördern möchte, "die nicht unbedingt in den Genuss eines privat finanzierten Schuljahres kommen werden". "Sympathisch und bodenständig" – diesen Eindruck hat Adrian Kossick während des Bewerbungsgesprächs bei ihm hinterlassen. Beide werden während der zwölf Monate in den USA den Kontakt per Mail aufrechterhalten. Als "internationalen Koch in einem Spitzenrestaurant" – so könnte sich Martin Neumann den Stipendiaten künftig vorstellen.

Der ist bei aller Vorfreude jedoch etwas traurig, dass er bei der Rückkehr aus den USA nicht mehr im selben Klassenverband der Döberner Schule lernen kann. "Schließlich sind in den vergangenen drei Jahren hier gute Freundschaften entstanden." Auch die Mitschüler gehen nicht leer aus. Martin Neumann hatte nicht nur ein Bücherpaket mitgebracht, sondern lud die Klasse auch zum Besuch des Bundestages ein.

 

Zum Thema:
Das Parlamentarische Patenschaftsprogramm (PPP) ist ein gemeinsames Programm des Bundestages und des US-Kongresses, das seit drei Jahren Stipendien an Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 bis 17 Jahren und an junge maximal 24-jährige Berufstätige und Auszubildende vergibt. Im vergangenen Jahr kehrte mit dem Cottbuser Schüler Florian Teichert (Max-Steenbeck-Gymnasium) der erste Teilnehmer aus dem Wahlkreis Cottbus-Spree-Neiße voller neuer Eindrücke zurück.Insgesamt reisen jährlich rund 360 Schüler sowie junge Berufstätige aus Deutschland in die Vereinigten Staaten. Etwa gleich viele junge Amerikaner kommen jeden Sommer nach Deutschland. Als Stipendiaten leben sie für ein Jahr in Gastfamilien, besuchen Schulen, absolvieren Praktika und sind Botschafter für die kulturellen Werte.

 

Quelle: LR-Online vom 12.03.2013

 

Prof. Martin Neumann begrüßt sein neues "Patenkind"